Zukunftsforum Bildung: Fokus digitaler Fortschritt

Rund 80 Gäste aus Wirtschaft, Schule, Hochschule, Politik und Verwaltung begrüßte die VME-Stiftung gemeinsam mit anderen Veranstaltern am 04.10. in Osnabrück beim Zukunftsforum Bildung zum Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt. In ihrem Fachvortrag betonte Prof. Dr. Caroline Ruiner, Soziologin an der Universität Hohenheim, dass Arbeiten 4.0 auf allen Ebenen vernetzter, digitaler und vor allem flexibler sein werde. Während Mitarbeitende neue Qualifikationen bräuchten, sähen sich Unternehmen der Herausforderung gegenüber, digitale Arbeitsbeziehungen zu gestalten und geeignete Fachkräfte zu finden. Arbeiten 4.0 sei mehr als bloße Digitalisierung, nämlich ein arbeitskultureller Wertewandel, der mit unterschiedlichen Anforderungen verknüpft sei. Digitalisierung führe zu einer Veränderung von Tätigkeiten, wodurch aber auch neue Arbeitsfelder entstünden. Entscheidend sei daher, Mitarbeitende in neue Prozesse frühzeitig einzubinden, eine offene Kommunikationskultur zu fördern und auch Raum zum Erproben zu geben. „Wir können über Digitalisierungsprozesse sprechen, KI einführen oder in Unternehmen neue Technologien einkaufen – es braucht in letzter Instanz aber die Menschen, die diese Systeme nutzen“, so Ruiner.

Unterschiedliche Perspektiven kamen in der Diskussionsrunde zusammen: Die Unternehmenssicht vertrat Tobias Schoo, Leiter Ausbildung und Personalentwicklung bei der Volkswagen Osnabrück GmbH. Benedikt Heitmann, stellvertretender Schulleiter der Domschule in Osnabrück, erläuterte die Schulperspektive, und Dr. Frank Oppenheimer, Bereichsleiter beim Informatikinstitut OFFIS e.V., unterstützte mit Beispielen aus dem Bereich KI.

Deutlich wurde, dass die digitale Transformation in allen Bereichen viele Potenziale mit sich bringt: Unternehmen könnten z.B. ihre Effizienz durch das Automatisieren von Fertigungsprozessen steigern oder ihre Personalentwicklung durch individuell zugeschnittene Lerninhalte für ihre Mitarbeitenden verbessern. Dabei sei besonders der Mut, neue Dinge anzugehen und das Einbinden der Beschäftigten entscheidend. Für Lehrkräfte und Schulen lägen die Vorteile von Digitalisierung u.a. darin, individuelles Lernen der Schülerinnen und Schüler zu fördern.