MINT-Frühjahrsreport  

Im MINT-Report untersuchen Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zweimal jährlich den Arbeitsmarkt im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Denn die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft hängt zu einem großen Teil von der Erwerbstätigkeit in diesem Bereich ab.

Corona-Krise im MINT-Bereich spürbar  

So ist die Zahl der offenen Stellen teils drastisch zurückgegangen. Diese Engpässe bestehen zwar noch immer, doch die Corona-Pandemie bleibt nicht ohne Folgen: Seit März 2020 sind nicht nur viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit, auch die Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen und es gibt weniger offene Stellen in den MINT-Berufen: Hier fehlten im Mai 2020 insgesamt 126.700 Arbeitskräfte – gegenüber Mai 2019 ein Rückgang von 59 %. Noch im Februar 2020 erreichte die sogenannte MINT-Lücke den üblichen Durchschnittswert der Vorjahre – zwei Monate später war sie deutlich kleiner. Im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2019 verringerte sich die MINT-Lücke in Deutschland im Mai 2020 um 42 %.

MINT-Lücke schrumpft - Ausnahme IT 

Da viele Industrieunternehmen ihre Produktion über Wochen unterbrechen mussten, war der Rückgang offener Stellen im Bereich Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Metallverarbeitung besonders heftig. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Beschäftigten in IT-Berufen: Der Engpass hier ging nur leicht zurück und ist mit 33.000 weiterhin sehr hoch. Denn Unternehmen aller Branchen passen ihre Geschäftsmodelle – auch getrieben durch die Erfahrungen der vergangenen Monate – an, wodurch die Digitalisierung stark voranschreitet und die Betriebe immer mehr IT-Beschäftigte benötigen. Auch das Homeschooling führt zu einer stark steigenden Nachfrage nach digitalen Lösungen in Schulen und Bildungseinrichtungen. Dies dürfte den Bedarf nach IT-Kräften in den nächsten Monaten nochmals deutlich erhöhen: Allein um die gut 40.000 Schulen in Deutschland bei der Digitalisierung unterstützen zu können, wären 20.000 zusätzliche IT-Experten und IT-Fachkräfte nötig. Vor diesem Hintergrund gilt es Wege zu finden, den Bedarf der Wirtschaft an qualifizierten MINT-Beschäftigten zu decken.

 

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